Tulpen – pflanzen & pflegen

Tulpen - pflanzen & pflegen

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Tulpen (lateinisch: Tulipa) waren ehrlich gesagt nie meine Lieblingsblumen. Sie machen ziemlich viel Arbeit finde ich: Mit dem Kauf ist es leider nicht getan. Man muss sie eingraben, vor dem Winter wieder ausgraben, während des Winters ständig auf Fäulnis kontrollieren, im Frühjahr wieder eingraben usw. usw. usw. Mittlerweile ist meine Liebe zu den Tulpen jedoch wesentlich größer geworden.

Frühlingsboten

Tulpen gehören zu den Liliengewächsen und sind in über 150 Arten vorhanden. Wir kennen sie vor allem als Frühlings-Schnittblumen aus Holland und natürlich aus Parks und öffentlichen Gärten. Bei den Hybridenzüchtung gibt es einfache und gefüllte, gefranste, wellige Papageientulpen und alle Regenbogenfarben, teils geflammt, bis hin zu neuen nachtblauen und schwarzen Züchtungen. Hier ist für jeden Blumenliebhaber etwas dabei, von 10 Zentimer bis 70 Zentimeter Höhe, von früh bis spät blühenden Sorten. Klasse wirken Tulpen in Vorgärten und Rabatten sowie in Pflanzgefäßen, nicht nur zur Osterzeit, wo sie sackweise verkauft werden. Bereits im Orient wurden Tulpen gepflanzt, u. a. existieren zahlreiche Wildtulpenarten bis heute.

Tulpenpflanzung

Tulpenzwiebeln keimen schnell und problemlos. Im Winter müssen sie lediglich trocken und dunkel gehalten werden. Kommt dann die Pflanzzeit im Frühjahr, müssen die faulen Zwiebeln herausgelesen werden und die guten Zwiebel werden gesteckt (Keim nach oben, klar). Schnell bildet die Tulpe dann grüne, fleischige Blätter, bis 30 cm hoch etwa und im April/Mai dann ihre wunderschönen Blüten, bis zu acht Zentimeter groß, ähnlich einer umgedrehten Glücke. In der Mitte liegt der Fruchtknoten, rundherum unzählige Staubgefäße für regen Insektenbesuch. Nach der Blüte erst vollständig trocken werden lassen und erst dann abschneiden. Einige Sorten bilden Tochterzwiebeln.

Standortmäßig stellen Tulpen keine besonders hohen Ansprüche; sie benötigen Sonne. Zu festem Boden kann Sand beigemischt werden. Zum Einsetzen ist ein Zwiebelpflanzer wirklich äußerst hilftreich, um nicht alle Löcher per Hand buddeln zu müssen. Einige haben sogar einen langen Stiel, sodass das Bücken entfällt. Ungeheuer praktisch!!

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Ich pflanze im Frühjahr die vorgetriebenen Zwiebeln. Man kann auch im Herbst pflanzen, aber bei uns gibt es Wühlmäuse und Maulwürfe, die sich tierisch über diese tolle „Winternahrung“ freuen und fast allen Blumenzwiebeln den Garaus machen. Selbst Plastik-Pflanzkörbe haben sie durchfressen und ich muss mir deshalb wirklich jedes Mal die Arbeit machen, alle Blumenzwiebel auszubuddeln. Beim Setzen bringe ich nicht die ganze Tulpenzwiebel in die Erde, sondern lasse sie einen Fingerbreit hervorschauen.

Vor kurzem habe ich übrigens auch ein sehr schönes Deko-Glas mit Tulpen gesehen: Das Glas war lediglich mit Wasser gefüllt, fest hingesteckt waren mehrere Tulpenzwiebeln (eben so viele, bis das Glas voll ist und sie sich gegenseitig Halt geben). Die Wurzeln wachsen dann ins Wasser, umschlingen die Tulpenzwiebeln, bis sich ein dicker Wurzelknoten/Ballen gebildet hat. Bislang habe ich es noch nicht ausprobiert; man wird sicherlich das Wasser laufend austauschen müssen.

Wenn man die Zwiebeln in der Erde belässt, verwildern sie. Aber auch dann blühen sie immer noch sehr schön weiter und duften.

Absolut sehenswert sind die Tulpenpflanzungen in Holland, weltweit größter Anpflanzer. Hier stehen farbenprächtige Tulpen kilometerlang in Reih und Glied. Wenn ihr mal in der Nähe seid, solltet ihr unbedingt einen kleinen Abstecher machen, z. B. Bollenstreek, Den Helder, Schagen, Enkhuizen und Flevoland.

Tulpen
Wunderschön wirken Tulpen in schlanken Tulpenvasen oder Kugelvasen. Experten raten, nur wenig Wasser einzufüllen und das Wasser nicht auszutauschen, sondern nur nachzugießen, damit die Tulpe möglichst lange hält.