Sepp Holzer – Permakultur im großen Ganzen und im ganz Kleinen

Permakultur im Garten mit Sepp HolzerHochbeete werden als Erfindung von Bill Mollison gesehen und sind seit vielen Jahren ein Teil der Permakultur. Als Permakultur bezeichnet man die nachhaltige, effiziente und sehr kleinräumige Nutzung von vorhandenen Mitteln und Ressourcen. Permakultur hat auch immer mit langfristigen Denken,Vielfalt und Nutzung von Nischen zu tun. In den Worten von Bill Mollison heißt das in der ursprünglichen Definition:

Zitat: „Permakultur ist das bewusste Design sowie die Unterhaltung von landwirtschaftlich produktiven Ökosystemen, die die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit von natürlichen Ökosystemen besitzen. Die Philosophie hinter Permakultur ist eine Philosophie, die mit und nicht gegen die Natur arbeitet, eine Philosophie, der fortlaufenden und überlegten Observation und nicht der fortlaufenden und gedankenlosen Aktion; sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen, und sie erlaubt Systemen ihre eigenen Evolutionen zu demonstrieren.“

Einer der europäischen Vertreter der Permakultur, wenn auch auf seine ganz eigene und manchmal auch sture Art, ist Sepp Holzer. Holzer übernahm zu Beginn der 60er Jahre den elterlichen Hof fuhr diesen mit seinem „Schulwissen“ mehrfach an die Wand. Immer wieder kam es bei der Bewirtschaftung des Landes zu schweren Rückschlägen. Aber da hatte der Hof die Rechnung ohne den Landwirt gemacht. Durch die genaue Beobachtung der Natur entwickelte er mit der Zeit pflegeleichte und nachhaltige Methoden zum Anbau. Mit dieser Methode erschuf er ein Naturparadies und erzielte beachtliche Erfolge. Plötzlich gediehen sogar Edelkastanien und Kiwis in Österreich und in einer Höhe zwischen 1.100 und 1.500 Meter über Meeresspiegel. Das Ergebnis brachte ihn auch ordentlich Aufmerksamkeit und irgendwann wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass seine Methoden in einigen Punkten große Ähnlichkeiten zur Permarkultur beherbergten. So entstand die Holzer’sche Permakultur und das Sepp Holzer Hochbeet.

Holzer fand irgendwie immer die Richtige Mischung. Er entwickelte viele neue und innovative Ideen, nutze aber auch alte Methoden und passte diese an seine Projekte an. So wurden zum Beispiel Teerassenbau, Hügelbeete und halt auch Hochbeete genutzt und obwohl seine Ideen nicht selten mit den behördlichen Auflagen kollidierten, erzielte er immer wieder erstaunliche Ergebnisse mit der aktiv gelebten Anwendung der Holzer’schen Permakultur.

Anfang 2013 zog Holzer ins Burgenland und leitet dort nicht nur den neuen Holzerhof sondern auch viele Workshops, Lehrgänge und Seminare an. Seit der Jahrtausenwende hat Sepp Holzer auch mehrere Permakultur-Projekte im Ausland und unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen gestartet bzw. begleitet.. Unter anderem war er in Thailand, Kolumbien, Russland, Schottland, und natürlich in Österreich tätig.

Sepp Holzer ist ein Typ der aneckt und dementsprechend natürlich auch viele Kritiker auf den Plan ruft. Trotzdem sind seine Bücher gute Ratgeber und voll mit Tipps für den Einstieg in das Thema Permakultur. Und auch wenn nicht alle Projekte umsetzbar sind, nicht jederhat Berghänge zur Verfügung oder kann Tiere in seinem kleinen Paradies halten, zeigen sie doch trotzdem einige Anwendungsmöglichkeiten für Permakultur im eigenen, kleinen Garten.

Bücher von Sepp Holzer:

Wüste oder Paradies: Holzer’sche Permakultur jetzt! Von der Renaturierung bedrohter Landschaften über Aqua-Kultur und Biotop-Aufbau bis zum Urban Gardening (2013)

Der Agrar-Rebell (2006)

Sepp Holzers Permakultur: Praktische Anwendung für Garten, Obst- und Landwirtschaft (2004)

Quellen:
http://www.seppholzer.at/
http://de.wikipedia.org/wiki/Sepp_Holzer